Ungefähr 3 % aller Schwangeren leiden an einer Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), d. h. von ca. 100 Schwangeren müssen drei Frauen wegen einer Schwangerschaftsdiabetes behandelt werden.

Ein Schwangerschaftsdiabetes bedeutet ein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind. Beim Kind besteht eine erhöhte Rate an Missbildungen, unnatürlich hohem Geburtsgewicht, nach der Geburt Atemnotsyndrom sowie Unterzuckerung mit nachfolgenden Hirnschäden. Durch Plazentainsuffizienz kann es zu einer 3fach höheren Frühsterblichkeit kommen. Der "Gestationsdiabetes" ist die dritthäufigste Ursache für einen intrauterinen Fruchttod. Bei der Mutter besteht eine erhöhte Neigung zu Fehlgeburten, erhöhter Fruchtwassermenge, erhöhtem Blutdruck, Harnwegs- und Pilzinfektionen sowie EPH-Gestose (= "Schwangerschaftsvergiftung").

Der Schwangerschaftsdiabetes macht zunächst keine Symptome und kann mit einfachen Tests, wie Urin- oder Blutzuckerbestimmung oft nicht erfasst werden. Zur Feststellung eines Schwangerschaftsdiabetes eignet sich lediglich ein so genannter Blutzucker-Belastungstest. Dieser ist zwischen der 24. bis 28. SSW aus ärztlicher Sicht zu empfehlen.

Nach Bestimmung Ihres Nüchternglucosewertes trinken Sie 75 g Glucoselösung. Anschließend wird nach 60 Minuten und ggf. nochmals nach 120 Minuten der Glucosewert bestimmt.